Jedes Jahr, wenn der Kalender von 31.12. auf 01.01. springt, bin ich super motiviert:

  • Endlich bringe ich mehr Ordnung ins Chaos!
  • Dieses Jahr wird der nächste Karrieresprung oder der neue Job realisiert!
  • Das neue Hobby habe ich in wenigen Monaten perfekt drauf!
  • Dieses Mal habe ich im Sommer meine Traumfigur!
  • Und nebenbei läuft der Haushalt perfekt, alle Rechnungen werden pünktlich bezahlt, Oma wird wirklich regelmäßig angerufen und besucht! Ach, und Sport und Ernährung habe ich wie ein Profi im Griff!

Bekommst du auch gleich Stresspusteln, wenn du das liest? 😊

Ich habe so einen bunten Blumenstrauß an Zielen für das neue Jahr. Ich bin auch schon genau so ins neue Jahr gestartet und hatte das Gefühl, bereits die ersten 4 Wochen des Jahres ranklotzen und durchpowern zu müssen. Dieses latente Gefühl der Überforderung in mir habe ich ignoriert. „Das ist nur die normale Widerstandshaltung. Mein Schweinehund will einfach nicht die Themen angehen, die ich aber angehen MUSS.“ usw..

Das ist der perfekte Weg, sich bereits am Anfang des Jahres zu demotivieren.

Wenn es dir wie mir geht, entwickelt sich in dir eine automatische Abwehrreaktion gegen das entstandene „Ich muss“. Was du wiederum mit noch mehr Disziplin und vielleicht dem ein oder anderen unempathischen Selbstgespräch zu unterdrücken versuchst. Der perfekte Kreislauf aus sich Druck machen, Unzufriedenheit und dann den Druck auf sich erhöhen ist geboren.

Um aus diesem selbstgemachten Hamsterrad an Erwartungen an sich selber herauszukommen, hat mir geholfen, einen Blick auf den natürlichen (Jahreszeiten-)Kreislauf zu werfen. Der Wechsel der Jahreszeiten ermöglicht jedes Jahr auf’s Neue, dass alles blüht, summt, schwirrt, wächst und reift. All das beginnt aber erst mit dem Frühling, steigert sich in den Sommer und findet dann seinen Abschluss im Herbst. Der Winter dagegen ist vielmehr von Ruhe und Nichtstun geprägt. Die Pflanzen verharren und Tiere machen Winterschlaf, um Energie für den Frühling zu sammeln. Auch ich bin mittlerweile dazu übergegangen, mich im Winter auf die notwendige Ruhe einzulassen. Wir brauchen – so wie die Natur – Ruhephasen, um uns zu regenerieren, und Kräfte zu sammeln, bevor wir wieder lospowern können.

Deshalb ist im Januar mein to do: Nichtstun

Ja, man hat sich für das kommende Jahr etwas vorgenommen. Die Liste oder das Vision Board mit schönen Jahreszielen liegt bereit. Aber vielleicht ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, das alles nochmal bewusst zur Seite zu legen. Die zahlreichen Termine und to do’s auf wirklich notwendige Erledigungen zu reduzieren oder zu verschieben und den Kalender bewusst leer zu lassen.

Mit diesem Monatsfokus auf „Nichtstun“ stellt sich ein herrliches Gefühl der Entspannung und Leichtigkeit ein. Einfach nichts, das ich machen muss, herrlich! 😊 Ich bin auf kleinster Flamme unterwegs und genieße es, mit meinem Tagesrhythmus zu gehen. Wenn der mich den ganzen Sonntag auf die Couch zieht, dann liege ich dort. Ich spüre, wie gut mir das Nichtstun ohne schlechtes Gewissen tut.

So tanke ich Kraft, mir kommen neue Ideen und vor allem habe ich danach viel positive Energie, um in aktiveren Zeiten meine Jahresziele voller Freude und Elan umzusetzen.

Wer sich absolutes Nichtstun trotzdem schwer vorstellen kann: hier noch eine kleine Liste an Dingen, die man im Winter tun kann, um der Jahreszeit etwas mehr gerecht zu werden:

  • Viel schlafen (die Tage sind sowieso kurz und der Körper braucht im Winter einfach mehr Schlaf).
  • Sich im Bett einkuscheln mit einem Hörbuch oder Podcast.
  • Es sich im Wohnzimmer mit Kerzenlicht, Tee und Decke gemütlich machen. Vielleicht blättert man durch seine Lieblingszeitschrift oder guckt eine schöne Serie.
  • Ein wärmendes (Fuß-)Bad nehmen (auch das geht hervorragend mit Kerzenlicht und Lieblingsserie 😉).
  • Man lässt sich mit wärmenden Gerichten bekochen (von den Liebsten oder vom Lieferdienst).
  • Meditation und sanftes Yoga zur Unterstützung der Entspannung und Ruhe (Auf bekannten Apps und Websites finden sich zahlreiche Audios und Videos. Vielleicht gibt es ein schönes Yoga-Studio in deiner Nähe, das passende (Online)Classes anbietet.)
  • „Freizeitbeschäftigung mit den Händen“: puzzlen, malen, Handarbeiten (für mich fast schon meditativ)
  • Oder einfach gemütlich spazieren gehen.

Also dann viel Spaß mit dem Nichtstun. Vielleicht wenigstens am 16.01.2021. Da gönnen sich die US-Amerikaner den „National Nothing Day“. 😊

Mehr Nichtstun – zumindest zwischen den Posts (hihi) – gibts bei @s_wie_selbstwirksam auf Instagram.

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2 Kommentare

  1. Liebe Stefanie,
    welch inspirierende, ermutigende und auch beruhigende Worte.
    Leben im Jahreskreis… das nehme ich mir immer vor und lasse mich dann doch von vielen Dingen wieder aus der Bahn werfen. Gerade habe ich erkannt, dass einzig und alleine ICH mir diesen Stress verursache. Danke für diese Erkenntnis 😊

    1. Schön, dass dir der Artikel gefällt und ein Stück geholfen hat! Für mich ist es auch eine wahre Erleichterung im Winter Ruhe und das Zusammenziehen und Nach-innen-gehen als (alleinigen) Fokus zu sehen. Dadurch entsteht dann auch sehr viel mehr als im ewigen Hustle. Genieße also deinen ruhigen Januar mit Zeit für dich 🙂

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